Ireland – Teil 1

Irlands Gras ist grüner…

…außerdem sind Luft und Wasser reiner, der Regen ist wärmer und das Wetter wechselhafter.

So oder ähnlich sind die ersten Eindrücke und Vorstellungen von Reisenden die die Insel im Atlantik besuchen.

Wenn man an Irland denkt entstehen automatisch gewisse Klischeevorstellungen wie grüne Wiesen, sanfte Hügel, schnell einsetzender Nieselregen und Schafe die blökend auf sich aufmerksam machen.

An urige Pubs denkt man ebenso wie an bekannte Dichter und mit schrägem Humor ausgestattete Einheimische die zudem noch recht trinkfest sind.

Der Frost im Winter ist fast unbekannt, man bekommt kaum Winterreifen – nicht notwendig – und eine Heizung, befeuert mit Torf, reicht um in den kalten Monaten nicht zu frieren.

Sehr aufgeschlossen sind die Iren gegenüber Fremden, Engländer mal ausgenommen, sehr tolerant und einem Schwätzchen nie abgeneigt.

Das ist auch wahrscheinlich der Grund warum die Pünktlichkeit etwas leidet, aber ich bin ja sowieso auf Urlaub.

Die grüne Insel ist ein sehr geschichtsträchtiger Boden. Eine Reise durch Irland könnte man fast mit einer Zeitreise gleichsetzen.

Sie führt uns durch die unterschiedlichsten Epochen beginnend in der Jungsteinzeit bis in die heutige Zeit.

Irland Ireland

10.000 v. Chr. siedelten die ersten Menschen auf der Insel. Die Kelten, sie machten sich ab 400 v. Chr. auf der Insel bemerkbar, legten den Ursprung der irischen Sprache und Kultur. Der Brauchtum und die Weisheit der Kelten gelten immer noch als legendär und werden vielerorts auch heute noch gepflegt.

Die Römische Großmacht verschonte Irland dafür mussten sich die Iren aber lange Zeit mit den streitbaren Nordmännern, den Wikinger, arrangieren.

Zu allem Überfluss trieb es noch die Engländer auf die Insel. Sie besetzten große Gebiete Irlands.

Für das Irischen Volk hatten sie nur wirtschaftlichen Rückstand, bittere Armut und Hungersnöte im Gepäck.

„The Great Famine“ oder große Hungersnot von 1845 – 1849 wurde ausgelöst durch einen Kartoffelpilz und vernichtete fast die ganze Ernte.

Ein ständiges auf und ab prägte die Irische Wirtschaft bis in die heutige Zeit. Vom „ Armenhaus Europas“ aufgestiegen zum „Celtic Tiger“ um dann ab 2007 von der beginnenden  Weltwirtschaftskrise besonders stark getroffen zu werden.

Um ein reales und lebendiges Bild zu bekommen mach ich mich zu einer 3 wöchigen Reise auf, sie führt mich rund um die grüne Insel.

Mein mittlerweile 13 Jahre alter VW-Bus wird mir hoffentlich wieder gute Dienste leisten.

Gandhi, mein Hund und treuer Reisegefährte ist natürlich wieder mit von der Partie.

Meine Route habe ich nicht geplant, einfach darauf los denn Wege entstehen sowieso dadurch dass man sie geht.

Ich fahre über Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich bis in die Hafenstadt Calais. Um nach England zu gelangen entscheide ich mich hier für den Eurotunnel. Es ist ein 50 km langer Eisenbahntunnel der unter dem Ärmelkanal verläuft. Die Fahrzeuge werden auf die Waggons verladen, das hat einen großen Vorteil, man kann im Auto und natürlich bei seinem Hund bleiben.

Aber…es kommt eben immer anders als man denkt, in Calais erstmal eine kleine Ernüchterung.

In England waren die Ferien zu Ende, der Eurotunnel war ausgebucht bis zum nächsten Tag. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen, aber – die freundliche Dame die als Ordner fungierte ließ keinen Zweifel  – es gibt ein riesen Delay… wir haben Probleme im Tunnel. Das war´s ich warte nicht bis morgen weil ich meine, ich laufe dir gerne entgegen aber nicht hinterher. Umdrehen und ca. 10 km zurück bis zum Ferry Port in der Hoffnung auf einer Fähre einen Platz zu bekommen.

Calais Hafen

Fivefiftyfive next Departure, so die Auskunft am Schalter, das ist noch eine Stunde –  mittels Kreditkarte wird der Platz gleich fixiert.

Dabei unbedingt zu erwähnen, „I have a Pet“. Hund mit dabei auf der Reise nach England erfordert etwas größeren Aufwand.

Wichtig, der Heimtierausweis, eine aufrechte Tollwutimpfung und eine Bandwurmbehandlung. Die komplizierten Quarantänebestimmungen sind Geschichte. Man bekommt einen gelben Zettel auf die die Windschutzscheibe, der britische Zoll kontrolliert das gleich in Callais.

Gandhi wird gescannt um zu kontrollieren ob die Daten am Chip mit denen im Ausweis übereinstimmen.

Nun müssen wir in die Bereitstellungszone und…warten bis die stolze Dame im Hafen an der Leine liegt, die „Pride of Burgundy“.

Calais hafen

Mit gut 28. ooo BRT kein kleiner Kahn. 500 Pkw`s oder 120 Lastwagen finden auf dem knapp 180 Meter langen Schiff einen Platz.

Der Nachteil auf der Fähre, mein Reisebegleiter Gandhi muss im Auto bleiben. Er ist ja das Auto gewöhnt und ist froh dass die Karre jetzt mal steht.

Wir verlassen Calais, übrigens der 2. größte Passagierhafen Europas.

P&O Fähre Calais

P&O ist eine jener Unternehmen die Fährverbindungen über den Ärmelkanal betreiben. Um die 60  Überfahrten werden pro Tag hier angeboten.

Der letzte Leuchtturm…

Calais Leuchtturm

…in 90 Minuten werden wir in Dover sein.

Diverse Bordeinrichtungen verkürzen die Fahrzeit, für Lastwagenfahrer ist ein eigener Bereich reserviert.

P&O Fähre

Die Straße von Dover ist mit 33 km der engste Teil des Ärmelkanals. Über 400 Schiffe pro Tag passieren diese Engstelle. Immer wieder kommen sich Fähren und andere Schiffe, für meine Begriffe, sehr nahe.

Fähre Dover

So wie dieser Verfolger. Er ist etwas schneller als wir, holt auf und ist in Dover vor uns an der Pier. Im Hafen herrscht reger Betrieb, Dover is always busy …

Die Fähren kommen und gehen, das muss erst mal koordiniert werden.

Fähre Dover

Ein sehr großer Teil des Verkehrs zwischen dem Festland und der britischen Insel wird trotz Eurotunnel nach wie vor von den Fähren erledigt. Nebenbei gesagt, es ist auch die schönere und aufregendere Möglichkeit nach England zu gelangen.

Die Kreidefelsen von Dover grüßen in der Abendsonne.

Kreidefelsen Dover

Das ist mein Stichwort, es ist Abend, wir sind müde und beschließen den aufregenden Tag auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe von Dover.

Nach einer ruhigen Nacht und ausgiebigem Frühstück geht es auf der M 25 in Richtung London.

Ich möchte ca. 550 km quer durch Südengland bis zum kleinen Fährhafen Fishguard. Von dort aus bringt mich eine Fähre, hoffentlich, nach Irland.

Aber vorher kommt noch der Großraum London, hier bekomme ich die Auswirkungen des Linksverkehrs das erste Mal zu spüren. Kurz vor London erwische ich die falsche Spur. Der Hinweis auf die „London Congestion Charge“ – das ist eine 10 Pfund teure Mautgebühr für die Innenstadt, sagt mir, ich bin am Stadtrand von London. Da will ich aber gar nicht hin, umdrehen und wieder zurück auf die M 25 dann weiter auf der M 4 über Newport  nach Cardiff. Die Entfernungen sind jetzt in Meilen angegeben, eine zusätzliche Herausforderung, ich verschätze mich regelmäßig bei meiner Fahrzeit.

So erreiche ich auch erst am Nachmittag den Hafen von Fishguard.

Fishguard

 Wie gesagt, offensichtlich haben meine Schätzungen nicht ganz gestimmt, die Nachmittagsfähre hat sich bereits aus dem Staub gemacht und das ohne mich. Das Ferry Terminal ist verweist.

Fishguard Hafen

Sogar das Wasser ist verschwunden, man nennt es Ebbe.

Fishguard Hafen

Die Boote wirken hilflos, ich denke an die große Fähre wie wird das wohl… aber das sind ja alles Profis, die wissen was sie tun.

Das Schiff läuft sowieso erst um 02.30 Uhr Nachts aus und bis dahin wird wohl auch das Wasser wieder dort sein wo es sein soll, man wird sehen.

Fishguard Hafen

 Aber kein Nachteil ohne Vorteil, so lerne ich eine interessante Lady kennen, zwar nur auf einer Gedenktafel aber immerhin.

Ihr Name, Jemima Nicholas. Sie erzählt mir von der letzten Invasion in Großbritannien.

The last Invasion of Britain

Die Franzosen haben  1797 hier in Fishguard versucht an Land zu gehen, haben aber nicht mit Jemima gerechnet.

Bewaffnet mit Mistgabeln soll sie, gemeinsam mit anderen Frauen, die Franzosen in die Flucht geschlagen haben. Angeblich war die traditionelle Kleidung der Frauen der britischen Militäruniform sehr ähnlich. Die Invasoren ergaben sich da sie glaubten eine große Armee marschiere auf sie zu.

Die Franzosen erbeuteten bei ihren Plünderungen hauptsächlich Alkohol. Sehr trinkfreudig, wurde ihnen das aber zum Verhängnis. So betrunken waren sie nicht mehr kampfbereit.

Es wird Abend, vorerst bin ich der Einzige der auf das Schiff nach Irland wartet.

Fishguard Habour

Dann geht alles sehr schnell, der Parkplatz füllt sich,  Tickets besorgen und rein in den Bauch der Fähre.Stena Europe Fishguard

Bis zu 564 Fahrzeuge schluckt die „Stena Europe“. 

www.StenaLine.de

Aufgrund der Höhe unseres Fahrzeuges müssen wir auf das unterste Deck.

Zwischen den Lastwagen wird uns ein Platz zugewiesen… es wird kuschelig eng.Stena Europe

Gandhi muss wieder im Auto bleiben, dann geht´s los – um 6 Uhr früh werden wir in Irland sein.Stena Europe

In der Dunkelheit verschwinden die Lichter von Fishguard.  Die Seeluft bläst mir ins Gesicht, die „ Stena Europe“ macht jetzt gut 20 Knoten Fahrt.Fishguard Hafen

Der lange Tag und natürlich auch die lange Nacht macht sich bemerkbar, jetzt wird’s, wie wir in Österreich sagen, „zach“.

3,5 Stunden wird die Fahrt dauern, ich kann nicht schlafen, streune am Schiff umher und schau mir mal, so ganz nebenbei, die Rettungsboote an.Stena Europe

Ich hoffe wir brauchen sie nicht, ich denke immer wieder an meinen Hund der im Auto am untersten Deck … wird schon alles gut gehen versuche ich mich zu beruhigen. Es ist wahrscheinlich nur die Müdigkeit die mir jetzt solche Gedanken aufdrängt. Ich schlafe tatsächlich in einem der unbequemen Sessel ein, aber nur für eine halbe Stunde. Plötzlich schrecke ich auf, eine Stimme im Lautsprecher – nein nichts ist passiert, nur „zu den Fahrzeugen bitte“ – es ist kurz vor 6 Uhr – wir sind in „ Rosslare Harbour“.

Rosslare Harbour

Der Hafen wurde erst 1906 errichtet und ist ein wichtiger Knotenpunkt, auch Umschlagplatz, im Fährverkehr zwischen der britischen Insel und Irland.

Mittlerweile wird es hell und die Sonne klettert über die Dächer der Häuser.Rosslare

Ich fahre gleich auf den ersten Campingplatz  und lege einen Tag Pause ein. Zu müde um weiterzufahren, das Abenteuer Linksverkehr lasse ich heute lieber bleiben.

Nächsten Tag geht es gut ausgeruht über Wexford weiter nach New Ross.

Die Stadt liegt am River Barrow  und ist der einzige Binnenhafen  Irlands. 32 Km beträgt die Entfernung zum Meer. Hier werde ich das erste mal mit der großen Hungersnot von Irland konfrontiert.  Am Kai liegt der Nachbau der „Dunbrody“ , eine Dreimastbark (Segelschiff).  Das Original brachte von 1845 bis 1851 viele Emigranten über den Atlantik in die USA oder nach Kanada. Sie flüchteten vor der großen Hungersnot die in dieser Zeit über eine Million Menschen dahinraffte.Dunbrody New Ross

Etwa 2 Millionen Menschen benützten eines dieser Schiffe um in die neue Welt zu gelangen.

Es waren eigentlich Transportschiffe die Waren aus Amerika nach Irland transportierten. Für die Rückreise wurden aus Planken notdürftige Unterkünfte für die Passagiere gezimmert.Dunbrody New Ross

2 mal 2 Meter war die Koje groß und musste für eine ganze Familie reichen. Für heutige Verhältnisse, unerträglich, die Überfahrt dauerte bis zu 6 Wochen.

Dunbrody New Ross

Die „Passagiere“ durften meist nur eine Stunde pro Tag an Deck und das nur um sich am Feuer ihr Brot für die Mahlzeit zu backen.

Unvorstellbare hygienische Verhältnisse herrschten auf den Schiffen, Typhus und Cholera waren an der Tagesordnung. Um der Hungersnot zu entgehen hatten sie aber oft keine andere Wahl als das Land zu verlassen. Die durchschnittliche Todesrate der Passagiere lag auf diesen Schiffen bei 20%.

Die Emigrantenschiffe wurden daher schon „Coffin Ship“ (Sargschiffe) genannt.

Dunbrody New Ross

Ich bin froh dass wir heute von einer Hungersnot weit entfernt sind, hier in New Ross probiere ich das erste mal  Fish ’n’ Chips.

Frisch gestärkt geht es weiter in südwestlicher Richtung bis nach Lismore über den Blackwater River…

Blackwater River

…vorbei an „Lismor Castle“

 

Lismor Castel

Das Schloss wurde von Prinz John erbaut. Er ist bekannt aus der englischen Volkserzählung  Robin Hood.

Man überließ die noble Hütte aber später der Kirche, sie diente lange Zeit als Bischofssitz. Heute kann man hier Urlaub machen, in exklusivem Ambiente und sich vom Butler des Grafen bedienen lassen.Lismor Castel

Soweit reicht allerdings mein Budget nicht, es geht weiter in Richtung der Zweit größten Stadt Irlands, nämlich Cork. Ich umfahre die Stadt soweit es möglich ist, möchte dem starken Feierabendverkehr entkommen.

Ganz in der Nähe von Cork liegt Cobh, einmal ein  kleines verschlafenes Fischerdorf.

Aber nur so lange bis in der Mitte des 18. Jh. die britische Armee die Vorzüge des geschützten Naturhafens erkannten.

Cobh entwickelte sich zu einen wichtigen Umschlagplatz für Waffen und Güter. Der erste Transatlantik Dampfer, die Sirius, startete hier ihr Reise. Auch die Titanic legte 1912 hier an um irische Auswanderer an Bord zu nehmen. Wenige Tage später waren die meisten von ihnen ertrunken.

Ich bin schon spät dran mein Ziel für heute ist ein kleiner Campingplatz in der Nähe von Kinsale.

Nun treffe ich auf den „Wild Atlantic Way“. Mit 2600 Kilometer eine der längsten Küstenstrassen der Welt. Ich werde  dieser Route folgen, entlang der Irische Atlantikküste bis in den Norden des County Donegals auf die Halbinsel Inishowen.

“Where land and sea collide. Where untamed beauty abounds” so heißt es auf der offiziellen Homepage des Atlantic Way. Ich bin gespannt…Irland

Vor lauter schauen, einmal falsch abgebogen dann eine Umleitung und ich bin schon wieder dort wo ich eigentlich nicht sein soll. Da hilft  mir mal wieder Mister Zufall. Während ich mir auf meiner Landkarte eine Alternative suche bleibt ein Auto stehen. Eine überaus freundliche deutsche Dame gibt mir Auskunft und bittet ebenso freundlich mich überholen zu dürfen.

Ihr Wagen sei der Schnellere, das sehe ich ein und räume freiwillig das Feld besser gesagt die Straße.

Sie gibt mir noch einen  Tipp mit auf den Weg – Garretstown Beach – eine wunderschöne Bucht am Atlantik und alles ohne Stellplatzgebühren.  In Irland ist ja, man glaubt es kaum, das campen fast überall erlaubt. Nur ab und zu weisen Schilder darauf hin, dass hier die Übernachtung im Motorhome nicht erwünscht ist. Na ja, es wir Abend ich gehe mit Gandhi noch am Strand spazieren, dann treibt uns das schlechte Wetter ins Auto.Garretstown Beach

Es beginnt leicht zu Regnen und eben diesen peitscht der Sturm über und auf das Wagendach. Er rüttelt mit all seiner Kraft, mir wird die fast unheimliche Macht bewusst, mit der hier der Nordatlantik auf die Insel trifft.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie es den Fischer ergeht die ja fast bei jedem Wetter hinausfahren  um ihre Arbeit zu verrichten.

So alleine im Sturm an einem einsamen Strand, da könnte man fast etwas melancholisch werden – ich denke an den Film „Into the Wild“ und an einen Menschen der mir sehr fehlt – Happiness is only real, when shared …

Die Nacht ist vorbei, das Wetter und mein „Seelenzustand“ haben sich gebessert. Mit dafür verantwortlich, nicht nur die heiße Tasse Kaffee, sondern auch ein kleiner bunter Ort mit bewegter Geschichte.

Baltimore, liegt ganz im Süden von Irland. Der Ort mit Puppenstubenatmosphäre ist vor allem bei Hobbyseglern und Hochseefischern beliebt.Baltimore Ireland

Oberhalb des kleinen Hafens findet man die Ruine von „Baltimor Castle“. In ihren Mauern zeigt man in einer beeindruckenden Ausstellung die Geschichte der Piraterie in diesem Gebiet inklusive der so genannten „Sack of Baltimor“.Baltimor Castle

Bei diesem Überfall wurde 1631 das kleine Dorf von einer Truppe Piraten angegriffen, über 100 Bewohner verschleppt und in die Sklaverei gezwungen.Baltimor Castle

Die schaurige Geschichte und Geschichten lasse ich hinter mir, folge weiter dem „Wild Atlantic Way“ .

Nach nur einer halben Stunde Fahrzeit komme ich nach Ballydehob. Im Ort und seiner Umgebung haben sich zahlreiche Künstler und so genannte Aussteiger niedergelassen. Viele Ateliers kann man nach Absprache auch besichtigen.

Ballydehob

Am östlichen Ortseingang ein Artefakt aus der Vergangenheit der irischen Eisenbahngeschichte. Eine alte Eisenbahnbrücke der „Schull and Skibbereen Railway“  verläuft hier über die Roaringwater  Bay.Schull and Skibbereen Railway

Aber so genau man auch schaut, der letzte Zug ist schon vor langer Zeit  hier abgefahren…

Schull and Skibbereen Railway

…das Viadukt dient jetzt als Fuß- und Radweg. Die letzte Eisenbahn fuhr 1947.

Wie die Welt oft klein ist – hier werde ich von einer Dame angesprochen, sie ist zwar Deutsche lebt aber schon lange in Irland und spricht lieber Englisch als Deutsch. Sie war im Alter von 8 Jahren mit ihren Eltern auf Urlaub in Seekirchen bei Salzburg, das ist nur 25 km von meinem Wohnort entfernt.

Nach einer kurzen Unterhaltung, mein  Kompass zeigt jetzt nach Norden, ich komme nach Bantry.Bantry

Hier macht sich der warme Golfstrom in Vegetation und Klima bemerkbar. Die Stadt ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum der Region. Neben Tourismus spielt auch die Fischerei eine wichtige Rolle. Vor allem die Austernbänke, Bantry Oysters zählen zu den beliebtesten Vorspeisen im County Cork.

Schockierend in diesem Zusammenhang das Unglück des französischen Supertankers „Betelgeuse“. Bei  Entladearbeiten am 8. Jan. 1979 explodierte das Tankschiff  und brach auseinander.

Der Mittelpunkt des Städtchens ist der „Wolfe Tone Square“ benannt nach Theobald Wolfe Tone einem radikaler Anführer der irischen Unabhängigkeitsbewegung.Wolfe Tone Square

Es geht nun entlang der N71 nach Glengarriff. Unterwegs hat man schon fantastische Ausblicke auf die Beara-Halbinsel. In der irischen Sprache heißt Glengarrif eigentlich „das raue Tal“, das Klima kann dabei nicht gemeint sein. Der Ort hat die mildesten Wintertemperaturen von ganz Irland (der Golfstrom lässt grüßen) und dadurch eine ausgeprägte subtropische Vegetation. Sogar Palmen wachsen entlang der Seefront.Glengarriff

Glengarriff ist nicht groß, es wird Saint Tropez der grünen Insel genannt. Eine lang gezogene Straße, entlang dieser, einige Pubs,

Glengarriff

Hotels und ein paar nette Geschäfte.

Glengarriff

 

Der Friedhof ist das größte Grundstück im Ort, und schon ist man durch.

Jetzt geht es hinauf auf den Caha Pass. Ich muss lächeln, wenn man in Österreich von einem Pass spricht hat man eher so etwas wie die Alpen im Kopf, aber…

Caha Pass

…wir sind ja auf einer Insel. Die Straßen sind gewöhnungsbedürftig, damit meine ich nicht den Linksverkehr.

Caha Pass

Ich wusste nicht, dass man so viele Schlaglöcher auf einer Straße unterbringen kann.

Das geht schon die ganze Zeit so, jetzt verabschieden sich am Auto die ersten Glühbirnen.

Ich muss sie ersetzen, es geht jetzt durch einige Tunnels. Ich habe einen interessierten Beobachter, was mag sich dieses Schaf jetzt wohl denken.Caha Pass

Über den Pass erreicht man die Grenze zum County Kerry.

Caha Pass

Ein Highlight am Wegesrand – Molly Gallivans Cottage & Farm – hier wird irische Geschichte lebendig, hier kann man rasten und Kaffee und Kuchen genießen oder nur Souvenirs kaufen.

Molly Gallivans Cottage & Farm

In Kenmare (der irische Name bedeutet übrigens „kleines Nest“) zweigt die Nationalstraße 70 ab zur Fahrt über die Halbinsel Iveragh entlang des berühmten „Ring of Kerry“.

Es ist eine 170 Kilometer lange, nach Angaben irischer Tourismus-Promoter auch die schönste Küstenstraße Europas. Zumindest soll es der landschaftlich schönste Teil der grünen Insel sein. Ich bin gespannt…

Vielen Reise-und Busunternehmen ist das offensichtlich auch bekannt. In den Sommermonaten, nicht enden wollende Touristenkarawane ein Reisebus nach dem anderen und ich bin ein Teil davon. Wo ist die Einsamkeit, die Stille…

Kenmare

Jetzt im September ist es mit dem Verkehr nicht mehr ganz so schlimm, es kommt wahrscheinlich auch dazu dass das Wetter momentan nicht dem eines Urlaubswetters entspricht.

Kenmare

An der Fahrweise erkennt man hier am Ring die vielen Mietwagen mit ausländischer Besatzung. Ist doch der irische Straßenverkehr geprägt durch Rücksichtnahme und Freundlichkeit, am Ring of Kerry, keine Spur davon.

Man hat keine Chance den vielen Schlaglöchern auszuweichen und dunkel wird es auch.

 

Ring of Kerry

Der nächste Campingplatz wird angesteuert, dann doch wieder weitergefahren, hier ist mir zu viel los. Beim nächsten klappt es dann.  Ein lauschiges Plätzchen ist schnell gefunden, zum einschlafen noch ein Guinness und dann gute Nacht.

Ring of Kerry

Ende Teil 1

Das nächste Mal geht es weiter am „Ring of Kerry“ , ich besuche das einzige Flugbootmuseum der Welt in Foynes – dort wurde ein ganz besonderes Getränk erfunden – dann  nach  Limerick und immer entlang des „Wild Atlantic Way“ in Richtung Norden.

Gandhi   So long…

 

 

 

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