Ireland – Teil 4

… und so komme ich schön langsam nach Fanad Head.

Fanad Head Andreas Kocher

Der nördlichste Punkt der Fanad-Peninsula ist eine wildromantische Landzunge mit atemberaubender Landschaft. Sie ist auch bekannt für den legendären Leuchtturm und die wunderbaren Sandstrände.

Fanad Head Leuchtturm Andreas Kocher

Hier versank die Fregatte HMS Saldanha in den Fluten. Der einzige Überlebende des Unglückes war der Papagei des Kapitäns. Um die Schifffahrt vor diesen gefährlichen Felsen zu warnen errichtete man einen Leuchtturm. Wenn man etwas Glück hat, kann man in der Ferne sogar einen springenden Wal ausmachen.

Kurz nach dem Örtchen Portsalon bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf einen mehrere Kilometer langen und elegant geschwungenen Sandstrand.

Portsalon

Auf einer kleinen Hinweistafel wird der interessierte Besucher darauf hingewiesen, dass hier in regelmäßigen Abständen die Beschaffenheit des Wassers gemessen wird.

Portsalon

Dieser Strand liegt am Lough Swilly, einem fjordartigen Meeresarm zwischen den Halbinseln Fanad und Inishowen.

Die Engländer benutzten diesen Meeresarm im ersten Weltkrieg als sicheren Ankerplatz für die Royal Navy. Sie bauten eine Reihe von Forts um dieses Gebiet zu sichern.  Fort Dunree war eines davon.

 

Fort Dunree Andreas Kocher

Das Original wurde aber bereits 1831 erbaut. Im Laufe der Jahre wurde das Fort immer wieder modernisiert und mit neuesten Waffen ausgestattet.

Fort Dunree

Die Überreste können besichtigt werden…

Fort Dunree

… und beherbergen heute ein Museum.

Fort Dunree Andreas Kocher

Fort Dunree

Ich bin jetzt unterwegs auf der Inishowen-Peninsula. Sie ist die nördlichste und auch gleichzeitig größte Halbinsel Irlands. Aufgrund ihrer Lage ist es im Sommer etwas kühler aber dafür im Winter auch etwas wärmer als im Rest von Irland.

Das Landesinnere der Halbinsel besteht hauptsächlich aus Hügelketten, wobei…

Inishowen-Peninsula Andreas Kocher

…wer hier über Land fährt sollte es nicht besonders eilig haben. Ab und zu gibt es sogenannte „Dual Carriage Ways“ also Schnellstraßen, aber normal sind es kurvige und enge, teils nicht klassifizierte Straßen. Sie haben immer wieder Überraschungen bereit.

So zum Beispiel der typische „ Mann mit Fahrrad und Hund“ kann da ja ein angeregtes Gespräch mit einem Freund führen, oder…

Inishowen-Peninsula

…eine Abordnung der 11 Mio. Schafe, die es in Irland gibt, könnte sich mitten auf der Fahrbahn gerade die Zeit vertreiben.

Inishowen-Peninsula

Der Küste entlang, beeindruckt mich immer wieder die Kraft mit der hier der Nordatlantik auf die Insel trifft.

Inishowen-Peninsula

Auch die Surfer lassen sich herausfordern. Dass das nicht immer glimpflich abgeht kann man an den sehr eindringlich gestalteten Warnhinweisen erkennen. Inishowen-Peninsula

Aber nicht nur Sportler hinterlassen im Sand ihre Spuren.

Der einsame Wanderer am Strand, bezeichnend für die Zeit der Smartphones und diverser sozialer Netzwerke. Diese sind meistens nichts anderes als Ersatz für fehlende menschliche Nähe und Wärme in unserer hektischen nur mehr auf Profit ausgerichteten Welt.

So ziehen immer mehr Menschen als einsame Wanderer durchs Leben.  Inishowen-Peninsula

Alleine unterwegs merke ich jetzt so richtig wie man die Nähe eines einzigen Menschen vermissen kann. Verrückt eigentlich, da gibt es ja noch über 7 Milliarden davon… möchte man glauben.

Inishowen-Peninsula

Wie das Leben so spielt, komme auch ich an eine Stelle an der es kein Weiterkommen mehr gibt. Das Gefühl warnt vor diversen Gefahren…       Inishowen-Peninsula

…da hilft nur auf der holprigen Straße zurück und die Abzweigung suchen an der wir falsch abgebogen sind.

Inishowen-Peninsula Andreas Kocher

Der richtige Weg zeigt in diesem Fall nach Norden zum nördlichsten Punkt von Irland.

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Unzählige Halbinseln, Landzungen und Buchten zieren hier ganz im Norden…

Marlin Head Andreas Kocher

…die felsige Küste mit ihren beindruckenden Steilklippen.     Marlin Head Andreas Kocher

Auch Pferde gibt es hier in Marlin Head, sie fügen sich in die Landschaft – man könnte fast ein Suchbild daraus machen.

Horse Marlin Head Andreas Kocher

Es gibt nicht viel am nördlichsten Punkt Irlands. Es sind die Reste eines Wachturms und Buchstaben aus aneinander gelegten Steinen. –ÈIRE – Dieses Wort sollte im Zweiten Weltkrieg den einfliegenden Flugzeugen signalisieren dass sie sich nun auf neutralem Gebiet befinden.

Auf Malin Head gibt es eine Wetterstation. Hier wird häufig Windstärke 12 gemessen.

Gandhi Marlin Head Andreas Kocher

Nun bin ich also angelangt, am nördlichsten Punkt Irlands.

Mein „Target“ ist erreicht und ich weiß – „am Ziel meiner Wünsche werde ich jedenfalls eines vermissen, das Wandern zum Ziel“.

Marlin Head Andreas Kocher und Gandhi

Ab jetzt geht es wieder in Richtung Süden aber nicht ohne im nördlichsten Pub Irlands, in Farren’s Bar, gemütlich ein Guinness zu trinken.

Farren's Bar

Ich glaube ja fast, der Lieblingsplatz des Iren ist im Pub.

Pubs findet man auch überall im Lande. Es sind gemütliche oder weniger gemütliche Lokale, dunkel, rauchig und geräuschvolle. Man sitzt oder steht hier dicht wie in einer Sardinenbüchse, trinkt Bier und schließt Freundschaften fürs Leben. Das ganze mit wildfremden Trinkgenossen die teilweise aus dem Stegreif Musik machen und lauthals dazu singen.

Andreas Kocher Farren's Bar

Offensichtlich ist das Trinken Herzenssache – getrunken wird vorzugsweise Guinness. Es ist das Nationalgetränk, dunkel und leicht obergärig.

Das Bier wird serviert mit einer schmalen Schaumkrone, darum bestellen die Iren oft einen „Parish Priest“.

Das dunkle Getränk sieht ja aus wie ein schwarzer Rock mit weißem Priesterkragen.

Farren's Bar

Für den heutigen Tag ist es genug. Gleich in der Nähe des Pub´s, eine einsame Bucht, ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten. Die einzigen Geräusche, nur der Sturm und die Wellen des Atlantiks.

Farren's Bar

Ende Teil 4

 

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